Montag, 23. Juli 2007

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Die Selbstbefriedigung stellt den einzigen Sexualakt dar, der etwas mit Kultur zu tun hat, weil er ganz und gar aus Phantasie entspringt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ist zwar ein witziger Gedanke, aber Kultur beginnt vor allem dann zu existieren, wenn zwei oder mehr Menschen in Kontakt treten. Mit Phantasie hat Kultur kaum was zu tun, auch wenn Phantasie ohne Kultur sicherlich nicht existieren kann.

die dunkle seite hat gesagt…

Es gibt für "Kultur" keine Definition "clare et distincte" (klar und deutlich), wie Descartes sie gefordert hatte.
"Mir stellt sich gelegentlich die Frage, ob die Tatsache, daß auch, auf unseren Zulauf bezogen, Kultur solch ein Renner ist, daher kommt, daß sie in Wirklichkeit verschwunden ist, und daß die Leute dies merken und sich deshalb so sehr darum kümmern, kümmern wollen, ..." Rainer Stollmann, Studiendekan des Fachbereichs Kulturwissenschaften and der Universität Bremen. Über mangelndes Selbstverständnis, Kultur als eine Art Schambegriff, der sich inflationär in allen Bereichen niederlässt. Max Weber nimmt alle gesellschaftlichen Erscheinungen in die Pflicht der Kulturbedeutung. Und Oskar Negt (deutscher Sozialphilosoph) beschwört sogar gesellschaftliches Unheil herrauf, eben durch den unbeschwerten Gebrauch des Begriffes. Kultur ist, um ein Wort Spinozas zu variieren, "index sui et falsi", auch Zeichen des Falschen. "Kultur bezeichnet also den Widerspruch zur Realität. Das Wahre ist noch nicht wirklich, das ist der Wesensgehalt von Kultur. Durch Kultur werden Wahrheit und Lüge unterscheidbar, denn wo nicht mehr Wahrheit und Lüge Trennschärfe haben, hört jede Kultur auf, und hört auch jede authentische Kunst auf." ist eine von Negt aufgeworfene These und das "die ganze traditionelle Kulturkritik mit der Voraussetzung behaftet [ist], daß Kultur ein verdinglichtes Produkt ist, das in Prozesse aufzulösen ist". Und mit Neges Worten möchte ich dann hier auch schnell zu Ende kommen: "Marcuse formuliert [...] einen Kulturbegriff, der die Frage einer Dialektik zwischen kulturellen Produktionen und gesellschaftlichen Institutionen ins Zentrum kulturwissenschaftlicher Betrachtungen rückt. Wie lassen sich Institutionen herstellen, die ein befriedigendes Triebverhalten der Menschen ermöglichen, was nach Freudschen Maßstäben als Glück bezeichnet werden kann und nicht das Unbehagen in der Kultur vergrößert? Kultur ist hier in Zusammenhänge einbezogen, die durch das gesellschaftliche Machtgefüge und die institutionellen Bindungen menschlicher Handlungsweisen bestimmt sind, in denen Menschen mit gewissen Herkunftsmerkmalen, Hautfarbe, religiöser Gesinnung, des sozialen Status vielleicht ausgegrenzt werden, Organisationen und Institutionen, die klare Freund-Feinddefinitionen praktizieren? Was ist das also für ein Kulturzustand, mit dem wir es gegenwärtig zu tun haben? Goethe hatte einen Begriff von Kultur, genauso wie Kant, für den unverwechselbare Merkmale Geltung hatten: Befreiung, Würde, Achtung der Menschheit in meiner Person, Hospitalität, das heißt Umgang mit dem Fremden, wie sind die diesen Prinzipien entsprechenden Institutionen? Was ist das heute für eine Kultur, aus der wir einen Kulturbegriff legitimerweise formulieren könnten?"
Naja, Cicero vielleicht noch, der Cultur Animi, im Unterschied zu Agri-Cultura aufwurf. Cultur Animi kann z.B. in die Bedeutung "Beackerung der Seele, des Geistes und der Sinne. Cultura animi ist ein Produktionsvorgang und keiner der Verteilung des Gegebenen. Kultur im Ursprungssinne bedeutet Veränderung, Umgestaltung, Humanisierung der rohen Verhältnisse." gesetzt, übertragen werden.

Anonym hat gesagt…

Schön kopiert aber kein Widerspruch zu meiner Aussage ;) Kultur hat nix mit Phantasie zu tun.

die dunkle seite hat gesagt…

zusammengetragen...

widerspruch: Kultur hat mit sovielen zu tun, also auch mit Phantasie!

SWRD hat gesagt…

Jetzt wird es spannend: Popcorn links, Zero rechts...

die dunkle seite hat gesagt…

ZERO hat nichts mit kultur zu tun *lach*

SWRD hat gesagt…

Doch, sie ist kein Förderer der Rubens-Kultur ;-)

die dunkle seite hat gesagt…

aus: http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~EEC1BD1C69A1B4E5BBA947609FE1484CA~ATpl~Ecommon~Scontent.html

"Hüten Sie sich vor Lebensmitteln, aus denen man etwas vermeintlich Gefährliches herausgefischt hat, um etwas fürchterlich Gesundes hineinzuwursteln."

...kein zucker bedeutet eigentlich nur, keine energie aufnahme aus dem getränk, was bedeutet man bekommt hunger, aber das nur am rande ;-)

SWRD hat gesagt…

Es kommt drauf an, in welchen Mengen man das üblicherweise konsumiert! (nur so am rande) ;-) Ab und an eine gute Alternative! Genauso wie Selbstbefriedigung!

die dunkle seite hat gesagt…

selbstbefriedigung als alternative...nun...ich würde es eher als eigene form der sexualität sehen, weniger als ersatz...

SWRD hat gesagt…

In der Tat eine eigene Form der Sexualität, die evtl. aus der Not (Alternative) entsprungen sein könnte. Darüber kann man stundenlang diskutieren. Letztendlich ist es egal, denn in der Philosophie stehen alle Türen offen, man muß sie nur finden! Wenn Alberto so denkt, hat er für sich recht, die, die anders denken, müssen dennoch nicht verkehrt liegen!

die dunkle seite hat gesagt…

mußte grad, im zusammenhang der philosophie, an alberto knox denken...wie auch immer: was war eher da? ei oder henne? masturbation oder kopulation? ;-)
gott, ja, man kann stundenlang darüber diskutieren und darum geht es gerade, themen zu finden die gespräche interessant halten und zu denen soviele meinungen wie möglich eingeholt werden, vielleicht einzig um sich zu unterhalten, vielleicht aber auch um sich seiner eigenen meinung sicherer zu werden oder sie zu überdenken...schließlich unterliegt alles dem wandel...